Neue Nahttechnik nach Kaiserschnittgeburten ermöglicht spätere Spontangeburten.

Im EVK werden seit einigen Wochen innovative Methoden zum Wundverschluss angewendet.

Auch nach einem Kaiserschnitt möchten die meisten Mütter bei einer weiteren Schwangerschaft natürlich entbinden. Bisher ist dies aufgrund des Risikos eines Risses der Gebärmutterwand oft nicht möglich gewesen. Die neue Nahttechnik im EVK vermindert die Notwendigkeit eines erneuten operativen Eingriffs, der immer mit den entsprechenden - wenn auch minimierten - Risiken verbunden ist.

Dr. Gernot Meyer, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe im EVK, erklärt die wegweisende Technik: „In den vergangenen Jahren hat sich die Technik des Wundverschlusses nach Kaiserschnitten ständig verbessert. Sie ist für die Frauen immer schonender geworden, auch um das Risiko bei nachfolgenden Schwangerschaften zu verringern. Jetzt haben wir nach neuestem Forschungsstand und Fortbildungen durch Prof. Dr. Wolfgang Henrich, Direktor der Klinik für Geburtsmedizin an der Charité in Berlin, unsere Nahttechnik noch einmal optimiert. Wir verschließen die Wunde hauptsächlich mit sogenannten Einzelknopfnähten, die einer Ausdünnung der Gebärmutterwand im Nahtbereich vorbeugen soll oder zweischichtig. So können wir die Gebärmutter in vielen Fällen so belastbar erhalten, dass es bei einer Spontanentbindung nicht zu einem Reißen kommen muss.“

 

Hintergrund:

In Deutschland entbinden ca. 30 Prozent der Schwangeren durch eine sog. Sectio caesarea. Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Kaiserschnitt. Bei der primären Sectio entscheidet der Geburtshelfer bereits vor dem Einsetzen der Wehen, ob es zu einem operativen Eingriff kommen muss. Hierzu gehören zum Beispiel eine Querlage des Babys oder auch ein Gebärmutterriss. Eine sekundäre Sectio ist beispielsweise bei einem Geburtsstillstand oder einem anhaltenden kindlichen Herztonabfall nach Beginn des Geburtsvorgangs das Mittel der Wahl.

Chefarzt Dr. Gernot Meyer, Klinik für Geburtshilfe EVK Hamm

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